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Und dann warst Du weg...

Und dann warst Du weg. Getrennt hatten wir uns bereits vor zwei Monaten. Da Du aber Deine Kündigungsfrist einhalten musstest, wohntest Du bis vor zwei Wochen noch bei mir. Der 15. war der Tag, an dem Du ausziehen wolltest. Ich hatte mich ewig lang auf diesen Tag gefreut, endlich Ruhe, endlich wieder alleine. Die letzten Wochen liefen ab wie im Film. Anschreien, anschweigen, streiten über Kleinigkeiten, keinen Respekt vor dem anderen, persönliche Anschuldigungen, Beleidigungen, getrennte Schlafzimmer und immer wieder anschreien. Das Verhältnis zwischen uns war in den Wochen seit unserer Trennung nicht anders als die letzten eineinhalb Jahre vorher – daher war eigentlich alles wie immer. Und doch war alles anders. Dann kam der langersehnte Mittwoch. Du hast Deine Kleider in Reisetaschen verpackt, Deine Bücher und DVDs in Umzugskisten, Deine Bilder von der Wand genommen. „Die Möbel und Kisten werden in zwei Wochen abgeholt“, meintest Du. Mir war es egal. Ich wollte einfach nur, dass Du gehst. Wir saßen auf dem Sofa und machten uns ein letztes Mal Vorwürfe, was in unserer Beziehung so alles schief gelaufen war. Trotzdem weinten wir beide und sagten immer wieder, wie leid uns alles täte. Aber es war zu spät. Nichts war mehr zu retten. Und dann zogst Du Deine Jacke an, nahmst mich ein letztes Mal in den Arm und bist gegangen. Als die Tür hinter Dir ins Schloss fiel, habe ich mich aufs Bett geworfen und stundenlang geheult. Ich war endlich wieder alleine, wie ich es mir immer gewünscht hatte. Aber es war so endgültig. Du würdest nicht zurückkommen. Es tat weh. In den folgenden Tagen rappelte ich mich wieder auf. Versuchte, den Tagesablauf einigermaßen geregelt zu gestalten und Dich aus meinem Gedächtnis zu verbannen. Ziemlich erfolglos. Samstag wurden Deine Möbel abgeholt. Mein Wohnzimmer ist leer. Ich habe es seitdem nicht mehr betreten. Ich würde es nicht ertragen. Dieser leere Raum erinnert mich an alles, was war, an alles, was hätte sein können. An unsere Träume. Auf dem Schrank liegt noch der Türklopfer, den Du mir geschenkt hast. „Für unser Haus“ hast Du gesagt. Damals. Als die Welt noch in Ordnung war. Bevor ich zielsicher jeden Fehler machte, den man machen kann. Ich habe Dich wegen einem anderen verlassen. Und heute hasse ich mich dafür. Was ich daraus gelernt habe? Wer beide will, steht am Ende alleine da. Dir wünsche ich eine neue Beziehung mit einer Frau, die lieb zu Dir ist. Deine Liebe zu schätzen weiß. Dich gut behandelt. Immer für Dich da ist. Mir wünsche ich nur die Pest an den Hals.
5.11.10 10:48
 


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